Unternehmerinnentag

8. Ostbayerischer Unternehmerinnentag
für Unternehmerinnen und solche, die es wagen wollen.

“Frauen unternehmen was - Chancen und Möglichkeiten der Selbstständigkeit”

Impressionen

Programm

Broschüre

ServiceSite

Medienpartner

Wie wird und bleibt man Unternehmerin?
8. Ostbayerischer Unternehmerinnentag in Passau zeigte Wege und Möglichkeiten

Der diesjährige Ostbayerische Unternehmerinnentag in Passau stand trotz der herrschenden weltweiten Finanzmarktkrise wie bisher ganz im Zeichen von Aufbruchstimmung.

So begrüßte der Schirmherr Jürgen Dupper (Oberbürgermeister der Stadt Passau), dass hier Frauen Fähigkeiten und Wissen erwerben wollen und könnten, um mit ehrlicher Arbeit, Kreativität und vernünftiger Risikoabschätzung ihr Geld am Markt zu verdienen.

“Niederbayerische Unternehmen haben in Sachen familienfreundliche Maßnahmen Nachholbedarf”, so äußerte sich allerdings Eva Mühldorfer von der Industrie- und Handels-kammer (IHK) Niederbayern in ihrem Grußwort. Die Wirtschaft in der Region sei nach wie vor männerdominiert, sagte die Leiterin für Starthilfe und Unternehmensförderung auf dem 8. Ostbayerischen Unternehmerinnentag in Passau.

Nach Einschätzung von Mühldorfer liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Niederbayern bei etwa unter 30 Prozent. Bei den Firmengründern beträgt der Frauenanteil ungefähr 40 Prozent nach den Zahlen der IHK für Niederbayern. Besonders beliebt ist demnach bei Unternehmerinnen der Dienstleistungsbereich und der Handel, so Mühldorfer.

Zu dieser Aussage passend kam dann eine der beiden Hauptreferentinnen des Unter-nehmerinnentages, Ingrid Hofmann aus Nürnberg, als Vertreterin der Zeitarbeitbranche. Sie führt das erfolgreichste Zeitarbeitunternehmen Deutschlands und hat in ihrem Stab von Verwaltungsmitarbeitern hauptsächlich Frauen angestellt, womit sie bisher immer sehr gut gefahren sei. Auch die Männer unter den insgesamt weltweit tätigen 13.000 Zeitarbeit-mitarbeitern, fühlten sich im Unternehmen nach Umfrageergebnissen besonders wohl, so die Unternehmerin, was sicher u. a. auf das gute Betriebsklima zurückgehe. Dabei seien ihr die Anregungen und die Kritik ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf ihrem ganzen Weg als Selbstständige seit 1985 immer sehr wertvoll und hilfreich gewesen, so die Geschäfts-führerin der I. K. Hofmann GmbH, die betonte, die Individualität jedes Menschen stets sehr zu achten.

Karin Weigerstorfer aus Freyung und Mutter von dreier Kleinkindern, darunter Zwillinge, vertrat das Handwerk und die jüngere Generation. Der Appell der Meisterin des Sanitär-handwerkes und der Betriebswirtin an die gründungswilligen Frauen lautete, auf das Herz und die innere Stimme zu hören, ob die Selbstständigkeit wirklich ein Herzenswunsch sei. Wenn ja, liessen sich über kurz oder lang immer die richtigen Wege und Mittel finden, auch in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Anfang sei wichtig, zu starten und sich mit voller Kraft und Energie in sein Unternehmen zu stürzen. Gute Kenntnisse vom Fach und von betriebswirtschaftlichen Größen zu haben, sei in der Größenordnung, in der sie arbeite (200 Mitarbeiter, hauptsächlich männliche) aber nicht nur da, unverzichtbar.

Der Nachmittag stand im Zeichen der Wissensvermittlung. So erlebte das Forum, in dem es um die gängigsten Rechtsformen und andere rechtliche und steuerrechtliche Belange ging, den größten Zulauf unter den rund 120 Veranstaltungsteilnehmerinnen. “Dies ist ein Indiz dafür, dass die Unternehmerinnen und Gründerinnen einen Bedarf für juristische Grund-lagen haben und hier gewappnet sein wollen”, so Bettina Schlesinger-Gruber vom Kompetenzzentrum für Existenzgründungen und Regionale Netzwerke (K.E.R.N. GmbH).

Aufmerksam verfolgten die Gäste auch den Ausführungen den BenimmGräfin Amélie Gräfin von Montgelas zum stilsicheren Auftreten sowie den mit Schaufensterpuppen in neuesten Business-Outfits veranschaulichten Hinweisen zur passenden Kleidung von Renate Kobler, Marketingleiterin eines bekannten Modehauses.

Franchising - das Geschäftsmodell, das mit mittlerweile rund 800 verschiedenen Aus-prägungen Geschäftsideen im Sinne von “Ferig-Existenzen” bietet, wurde sehr aufschluss-reich anhand von drei Franchisegebern bzw. -nehmern aus völlig unterschiedlichen Bereichen präsentiert. Ob mit RE/MAX Immobilien zu makeln oder gewerbliche Buch-führung mit dem Konzept von DATAC anzubieten - hier kann man sich selbstständig machen ohne allein zu sein, da schon viele Konzepte, Software, Geräte, Werbematerialien u. ä. vom Franchisegeber existieren, durch andere Franchise-Nehmer erprobt sind und zur sofortigen Nutzung bereitgestellt werden. Für sie haben die Vorteile eindeutig überwogen bei ihrer Geschäftseröffnung das Konzept von Mrs. Sporty für ihr Fitness-Studio überneh-men zu können, schilderte Referentin Gerlinde Kaupa aus Pocking, die nun bereits das zweite Studio nach diesem Muster plant. Viele Frauen scheinen jedoch die Möglichkeit des Franchising nicht zu kennen und daher bei ihren Gründungsüberlegungen nicht oder kaum in Erwägung zu ziehen, obwohl die Erfolgsaussichten gut sind.

So konnte die veranstaltende K.E.R.N. GmbH mit ihren Partnern Stadt und Landkreis Passau, Stadt und Landkreis Deggendorf, Landkreis Freyung-Grafenau, Agentur für Arbeit Passau, Agentur für Arbeit Deggendorf, KDFB und IHK für Niederbayern gemeinsam wieder viele Denkanstöße, Informationen und Kontakte vermitteln und mit der Hoffnung und dem Wissen die Veranstaltung beschließen, dass sie ihre volle Wirkung stets erst nach dem eigentlichen Unternehmerinnentag entfaltet.

Impressionen der letztjährigen Ostbayerischen Unternehmerinnentage
(2003 - 2007) auf www.fub-niederbayern.de